Schüleraustausch mit Yuzawa
Hier der Bericht von Caroline Antoine:
Dieses Jahr am 29.9.2006 ging es nun endlich los! Nach wochenlangem Vorbereiten standen wir alle versammelt am Flughafen Köln-Bonn im Terminal 1 und checkten unser Gepäck ein! Danach hieß es dann Abschied nehmen von meinen Eltern. Jetzt würde ich sie ganze zwei Wochen lang nicht sehen.
Aber das vergaß ich schnell als ich mit Melissa rumalberte! Wir ließen uns kontrollieren und dann saßen wir auch schon im Flugzeug. Nach 11 Stunden Flug kamen wir in Japan an. Ich war zwar müde aber dadurch, dass ich so aufgeregt war konnte ich kein Auge zumachen. Als wir dann abends gegen 18.30 in Yuzawa ankamen, war ich vor lauter Aufregung total am zittern. Wir wurden mit lautem Geklatsche empfangen als wir ins Rathaus von Yuzawa einmarschierten.
Mein herz blieb fast stehen als wir dann auf unsere Gastfamilien aufgeteilt wurden! Neben mir wurden es immer weniger und dann wurde ich aufgerufen. Zum ersten Mal sah ich meine Austauschpartnerin und ihre Familie. Sie machten auf mich einen sehr lieben und netten Eindruck! Ab jetzt würde ich eine Woche lang bei ihnen wohnen. Als wir mit ihrem Auto zu ihnen nach hause fuhren stellten sie mir einige fragen die ich natürlich auch beantwortete.
Das Haus von ihnen war sehr groß und überhaupt nicht so gebaut wie unsere Häuser in Deutschland! Aber es war dennoch ein schönes Haus. Drinnen wurde ich dann von der Oma und vom Vater begrüßt! Auch sie machten einen netten Eindruck. Als es dann Abendessen gab habe ich meine Geschenke verteilt. Das Abendessen war sehr lecker aber leider hatte ich anfangs große Probleme mit Stäbchen zu essen, was sich im Laufe der Woche aber verbesserte. Am nächstenTag lernte ich dann Ayako’s Freunde, Masaya, Hikaru, Yudai und Yamachan kennen. Sie alle waren total lieb zu mir und wollten alles über Deutschland wissen. Abends gab es eine große Barbecueparty. Wir haben gegrillt uns unterhalten und Spiele gespielt wie Tennis, Fußball und Volleyball.
Montagmorgen ging es dann zum ersten Mal in die fremde Schule. Meine Klasse hatte mir einen schönen Empfang gemach und alle wollten Fotos mit mir machen. Danach sind alle in die Turnhalle gegangen und ich musste mit Yudai warten bis ich rein durfte. Als ich dann hineinging traf mich fast der Schlag, die gesamte Schule hatte sich versammelt um mich zu begrüßen. Ich war überwältigt und konnte das alles nicht glauben! Yudai führte mich auf die Bühne, wo ich mich ganz alleine auf einen Stuhl setzte und auf alle Schüler und Lehrer gucken konnte.
Jetzt kam der Teil den ich nicht leiden konnte. Ich musste mich vor 300 Schülern auf Japanisch vorstellen. Ich dachte ich sterbe jeden Augenblick, aber als ich den ersten Satz hinter mir hatte lief alles wie am Schnürchen. Die Schüler klatschen und danach führte mich dann jemand wieder von der Bühne auf einen freien Platz, wo ich dann die gesamte Show genießen konnte. Das konnte ich wirklich denn sie haben sich wirklich Mühe gegeben. Ich war gerührt, weil ich so was Atemberaubendes noch nie erlebt habe: als dann auch noch jeder Jahrgang sein eigenes Lied sang bekam ich richtig Gänsehaut! Sie konnten so gut singen, die Töne lange anhalten. Es hörte sich einfach schön an!
Im laufe der Woche lernte ich immer mehr von der japanischen Kultur. Aber vor allem habe ich viele neue Freunde kennen gelernt, die ich hier sehr vermisse. Aber ein Highlight gab es noch in der Schule! Ein Festival an dem die gesamte Schule teilnahm. Jede Klasse sang zwei Lieder und nachher wurde die beste Klasse aus einem Jahrgang mit einem Pokal ausgezeichnet! Meine Klasse war sehr aufgeregt und fragte mich ob sich das gut anhört wie sie singen! Ich habe ihnen Mut zugesprochen und sagte ihnen, dass sie es schon schaffen. Am Ende gingen sie dann mit zwei Pokalen nach Hause. Sie waren überglücklich und weinten! Ich nahm sie alle in den Arm um sie zu trösten. Es war ein schönes Erlebnis!
Dann war auch leider schon die Woche vorbei und ich musste mich von allen verabschieden. Ich hasse Verabschiedungen. Zuerst musste ich mich freitags von meiner Klasse verabschieden, mit der ich die gesamte Zeit zusammen gewesen war. Sie sangen wieder ihr Lied aber dieses Mal durfte ich sie mit Ayako dirigieren. Es war total lustig weil ich überhaupt nicht wusste wie es geht und die ganze zu Ayako gucken musste! Danach haben sie mir noch ein Fotoalbum geschenkt, als Andenken und dann war es Zeit zum Verabschieden! Noch ein paar letzte Fotos und Unterschriften. Ich stand den Tränen nah und als die Mädchen dann angefangen haben zu weinen, konnte ich mich auch nicht mehr zurückhalten. Ich umarmte jede einzelne und dann musste ich gehen! Ich denke immer noch daran wie es war.
Doch der schlimmste Abschied war dann Sonntagmorgen als wir uns alle am Bahnhof trafen und uns von unseren Familien verabschieden mussten. Doch auch der Schuldirektor, Herr Shoichi Takaku und ein Lehrer waren noch gekommen um mich zu verabschieden. Danach ging alles so schnell! Der Zug kam und ich musste mich von allen verabschieden. Ich konnte nicht anders die Tränen liefen mir übers Gesicht. Die umarmte mich und fing auch an zu weinen. Ayako mit der ich mich am Ende immer besser verstand weinte auch. Dann saßen wir im Zug und ich winkte meiner Familie ein letztes Mal zu!
Ich werde dieses Erlebnis niemals vergessen. Es war aufregend für eine Woche in einer fremden Familie zu leben in einem fremden Land und soweit weg von zu Hause. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt, die ich niemals vergessen werde. Außerdem hätte ich mir nie erträumt das es so toll sein wird! Anfangs hatte ich echt Angst wie es sein wird so ganz alleine ohne Eltern. Aber durch die liebevolle Gastfamilie viel es mir dann doch nicht mehr so schwer!
Wenn ich könnte würde ich jederzeit zurück nach Japan und zu meiner Familie und meinen neuen Freunden
Caroline Antoine
